Die Vereinsgeschichte

Vereinsgeschichte bis zum 100jährigen Bestehen

Der Gartenbauverein stellt sich mit seinem geschichtlichen Vereinsleben vor!
Jahreszahlen auf einen Blick:
1893 ; 1908 ; 1923 ;1926-1927; 1929-1932; 1933-1939;
1940-1942; 1943-1945; 1946-1950; 1951-1963; 1964-1973; 1974-1987


-1893-

Der Verein wurde am 16.08.1893 von Lehrer Peter Schneider und Wilhelm Schneeberger gegründet.
Wohl nicht ganz zufällig fiel diese Gründung in das Notjahr 1893
Notjahr wegen der katastrophalen Trockenheit und wegen der herrschenden Arbeitslosigkeit in der Industrie.
Das Ziel war es Obstschutz als Schädlingsbekämpfung einerseits und Obstverwertung, vor allen der Rotbirnen, als Latwerg anderseits. Schon zwei Jahre nach der Gründung wurde mit Unterstützung der Gemeinde das erste Kelterhaus in der Brunnengasse gebaut, das im ersten Weltkrieg wieder abgerissen wurde.
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-1908-

Der Lehrer Rotfuchs übernahm im Jahre 1908 die Leitung des Vereins, der die Pflege des Garten als wesentliches Ziel des Vereins hervorhob. Dementsprechend wurde auch der Name "Obst- und Gartenbauverein" umgewandelt.
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1923-1927

Nach dem ersten Weltkrieg übernahm Emil Flick die Führung des Vereins und damit begann ein stetiges Wachsen und Entfalten. Schon 1923 wurde eine landwirtschaftliche Ausstellung in Birkenfeld beschickt. Der gemeinsame Bezug von Obstbäumen lief an. 1924 begann die Aufklärung durch belehrende Vorträge des Herrn Nordmann von der Weinbauschule Bad Kreuznach. Herr Nordmann wurde von vielen Mitgliedern ein Freund. Hierdurch stieg gleichzeitig die Mitgliederzahl innerhalb eines Jahres von 24 auf 64, dann weiter auf 98 bis 1927 schließlich auf 124.
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1926-1927

Eine auf einem Ausflug gesehene Kelter war der Anlass, 1926 eine solche bei der Ingelheimer Maschinenfabrik zu bestellen. Sie wurde in einem Raum in der Hauptstr. ( Hinterhaus Worms ) ausgestellt und 1927 mit 450 Zentnern Obst in Betrieb genommen. Auch die erste Spritze wurde beschafft und nach belehrenden Vorträgen der Herren Nordmann und Dr. Klotz, Herrstein, über die Schädlingsbekämpfung in Betrieb genommen.
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1929-1932

1929 wurde unter anderem auch ein Blumenschmuck - Wettbewerb durchgeführt. 1930 hielt Herr Huben vom Kölner Kleingartenverein einen Vortrag über das Kleingartenwesen, der einen neuen Abschnitt in der Vereinsgeschichte einleiten sollte. Aufgabe des Vereins wurde es nunmehr, auch Familien ohne Landbesitz zur Gartenbewegung zu führen. Dies geschah durch die Pachtung der Heinzwiesdell und, in den Jahren 1931/32, durch den Erwerb der Leitzwiesdell. Die 38 Kleingärten waren schnell vergeben. Auch sonst entfaltete der Verein eine rege Tätigkeit durch Vorträge jeglicher Art, gemeinsamen Bezug von Düngemitteln, Torf, Bäumen usw. Angeschafft wurde der erste Süßmostapparat, eine Kleinkelter ( Mostmax ) und ein Lichtbildapparat.
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1933-1939

Das 40. Lebensjahr des Vereins wurde von 260 Mitgliedern mit einer großen Ausstellung gefeiert. Den Kleingärtnern wurde Gelegenheit gegeben, die Früchte ihrer Gärten und ihres Fleißes zur Schau zu stellen. Aus dem Jahr 1934 fällt der Bezug von 200 Zentner Zucker, 100 Ballen Torf, 300 Zentner Kalk und Thomasmehl und eine große Baumbestellung auf. 1935 war die Mitgliederzahl weiter auf 315 gestiegen. Das Erntedankfest fand unter der bewährten Leitung von Herrn Kaucher auf Hasenklopp statt. Immer wieder erfolgte die Schulung von Mitgliedern und die Vermehrung des vereinseigenen Inventars. Obstmissernten in den Jahren 1936 und 1938 konnten die Vereinsarbeit nur wenig stören. Arbeitslosigkeit und Umschulung verursachten jedoch einen Rückgang der Mitgliederzahlen auf 286. Sommerfest und Erntedankfest konnten 1938 wegen der politischen Lage nicht abgehalten werden. Auch gaben eine Anzahl Kleingärtner wegen der wiederholten schlechten Ernten ihre Pacht in der Leitzwiese auf, während die Stamm - Mannschaft in Heinzwiesdell tapfer durchhielt und durch gute Ernten belohnt wurde. Das Jahr 1939 brachte mit einer reichlichen Obsternte wieder einen Aufschwung.
Um auch das geringere Obst gut verwerten zu können, wurde eine Süßmostanlage beschafft, mit der im ersten Jahr 2200 Flaschen Süßmost hergestellt wurden, eine stolze Leistung der Gartenfreunde Hermann und Albert. Die Reichsgartenschau in Stuttgart wurde ebenfalls besucht, hieraus ergaben sich manche neue Anregungen. Der Ausbruch des Krieges zeigte, wie wertvoll die Kleingartenarbeit des Vereins gewesen war. Galt es doch jetzt, jedes Fleckchen Erde und jede Gelegenheit zu nutzen, um den Speisezettel zu bereichern. In folgenden Jahren wurden z. B. für 1000 RM Samen und Saatkartoffeln bestellt. Die Versorgung mit Dünger konnte über die Heeresstandortverwaltung durch Bezug von Torfpferdemist sichergestellt werden. Die Bemühungen des Vorstandes wurden dankbar anerkannt, da jeder das Geleistete am eigenen Leib spürte. Im wahrsten Sinne des Wortes.
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1940-1942

1940 wurde der Neubau eines Kelterhauses beschlossen, weil das Alte im Hause Worms nicht mehr genügte. Obwohl die Finanzierung durch die Zeichnung von Anteilscheinen gesichert war, konnte der Bau wegen der notwendigen Genehmigungen zur Materialbeschaffung erst im Oktober 1942 von der Firma Steinheider begonnen werden. Die Mitgliederzahl war wieder auf 325 angestiegen. Alle Kleingärten waren verpachtet und wurden meist von Frauen mustergültig bewirtschaftet.
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1943-1945

Im schön geschmückten Saalbau wurde, im Rahmen der damaligen Möglichkeiten, 1943 das 50- jährige Bestehen gefeiert. Herr Giershausen von der damaligen Landesbauernschaft hielt einen Vortrag über Gartenbau, Schädlingsbekämpfung, Vogelschutz und Zusammenarbeit mit den Imkern. Herr Giershausen wurde ein guter Freund des Vereins. Damalige Gäste waren Stadtbürgermeister Berger sowie die Herren Bick - Neuenahr, Gosert als Kreisbauernführer, Direktor Pfeifer von der Weinbauschule Bad Kreuznach und Sutter, Landwirtschaftsrat aus Birkenfeld. Alle fanden lobende Worte für die Arbeit des Vereins. 1944 fand ein Lehrgang von Obstbauoberlehrer Hoppe in der Anlage von Frau Wild statt. Das Kelterhaus wurde fertig gestellt. Der erste Vorsitzende Flick packte selbst mit an und kelterte den reichen Obstsegen. Die Mitgliederzahl stieg auf 450. Das Kriegsende brachte, weil alle Vereine verboten wurden, zunächst auch das Ende der Vereinsarbeit. Die Arbeit in den Gärten konnte man jedoch nicht verbieten, sie wurde notgedrungen intensiver denn je durchgeführt. Adolf Trabach, Mitglied des Vereins, trat einen Teil seines Samenbezuges an den Verein ab. Im Herbst des gleichen Jahres jedoch konnten die Besatzungsbehörden vom Nutzen des Vereins überzeugt werden. So durfte neben einigen Sportvereinen auch der Gartenbauverein wieder gegründet werden. Die Abhaltung einer Versammlung und die Wahl des Vorstandes war damals nicht möglich. Eine weitere Kleingartenanlage wurde in der Idarwiese eingerichtet.
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1946-1950

1946 wurden unter anderem 8000 Portionen Samen in Tüten gefüllt. Die gute Kassenlage gestattete die Rückzahlung der Schuldscheine in Höhe von 2296,80 RM. 2710 RM wurden dem Verein erlassen. Der Verein war schuldenfrei. In der am 4. August 1946 stattgefundenen Hauptversammlung stellte der gesamte Vorstand seine Ämter zur Verfügung. 26 Jahre war Emil Flick 1. Vorsitzender. In seiner Zeit stieg die Mitgliederzahl auf 500 und das Vereinsvermögen auf 11000 RM. Mit Stolz konnte der Verein auf diese Leistung blicken. Aus Gesundheitsgründen lehnte er eine Wiederwahl ab. Emil Flick wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Emil May gewählt. Auf Anordnung der Militärregierung musste der Gartenbauverein im Jahre 1947 neu gegründet werden. Emil May wurde erneut zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die Genehmigung der neuen Satzung wurde bei der Militärregierung beantragt. Alle Kleingärten waren verpachtet. Das Dach des Kelterhauses wurde mit Schiefer eingedeckt. Am 26. Juli 1947 verstarb unser Ehrenvorsitzender Emil Flick. Sein Name wird mit goldenen Lettern in die Vereinsgeschichte eingeschrieben. Im Juli 1947 musste einen zweite Gründungsversammlung stattfinden, weil einige Vorstandsmitglieder nicht genehmigt wurden. Heute erscheint uns die damalige Zeit mit ihren Fragebögen, Zusammensuchen und Übersetzen von Statuten, Laufereien und Genehmigungen usw. wie ein wüster Traum. 1948 wurde der gewählte Vorstand in einer Hauptversammlung bestätigt. Julius Wild, 26 Jahre 2. Vorsitzender, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Rudolf Schuler wurde 2. Vorsitzender. Wegen der Beschlagnahmung der Vereinsgelder entfiel in diesem Jahr der gemeinsame Bezug von Saatgut usw. Im folgenden Jahr wurde der Bezug von Obstbäumen wieder aufgenommen. Die Kelter - und Süßmostanlage konnte 1950 ergänzt werden und so konnte der reiche Obstsegen in Apfelwein, Latwerge und 20000 Flaschen Süßmost umgewandelt werden.
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1951-1963

1951 wurde das Kelter - Inventar durch eine große Obstdarre ergänzt. Das Grundstück, auf dem das neue Kelterhaus erbaut worden war, musste als " Wiedergutmachung " ein zweites Mal bezahlt werden. Das Finanzamt forderte erhebliche Umsatzsteuerbeträge nach. 1952 wurden 26000 Flaschen Süßmost gekeltert. Mehr Geräte mussten angeschafft werden. Das Kelterhaus wurde zu klein. Die Möglichkeit, einen Teil des Anwesens Herrmann in der Wingertstraße zu kaufen, wurde wahrgenommen. Im Jahr 1953 konnte das 60 jährige Vereinsjubiläum in der Idarer Turnhalle mit einer großen Ausstellung gefeiert werden. Es konnte mit Stolz festgestellt werden, dass es dem Verein gelungen ist, sich zu einem gemeinnützigen Verein zu entwickeln, der seinen Mitgliedern etwas zu bieten hat und an der Spitze sämtlicher Vereine im Kreisgebiet und weit darüber hinaus marschiert. Der Verein hatte zum damaligen Zeitpunkt ein Vereinsvermögen von 17.000 DM und einen Kassenbestand von 2.000 DM erwirtschaftet. Er verfügte über 5 Gartenanlagen mit 124 Kleingärten. Der Pachtpreis betrug, je nach Größe des Kleingartens, zwischen 3,- DM und 5,- DM. Im gleichen Jahr hat die Mitgliederversammlung den Ankauf des neuen Keltergebäudes in der Wingertstraße beschlossen. Das Gebäude wurde in den folgenden Jahren zum neuen Kelterhaus umgebaut. Es entwickelte sich ein reger Kelterbetrieb. Die Stilllegung der Kelteranlage erfolgte im Jahre 1976, zum Einen wegen Überalterung der Geräte, zum Anderen jedoch wegen Personalmangel.
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1964-1973

1964 erfolgte ein großer Rückschlag für den Verein. Die Stadt kündigte das Pachtverhältnis der Gartenanlage " Heinzenwies ". Das Gelände wurde von Stadt und Landkreis zum Bau des heutigen Gymnasiums und damit zu Stadtentwicklungszwecken benötigt. Mit großem Programm wurde im Jahr 1968 das 75jährige Vereinsjubiläum wiederum in der Idarer Turnhalle gefeiert. Der damalige 1. Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzende Dieter Kutz hat sich während seiner Amtszeit große Verdienste um den Verein, insbesondere im Kelterbetrieb, erworben.
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1974-1987

1974 wurden Verhandlungen wegen einer neuen Kleingartenanlage mit der Stadt aufgenommen. Mit Vertrag vom 30.9.1976 konnte der Verein das ca. 11.000 qm große Gelände " Vor Haßlück " von der Stadt pachten. Es konnten 33 Kleingärten neu angelegt werden. Gartenlauben in einer Größe von 12 qm durften gebaut werden. 1981 wurde mit einem großen Gartenfest die Kleingartenanlage " Vor Haßlück " eingeweiht. Nach fast einjähriger Bauzeit konnte 1982 der neu geschaffene Vereinsraum in der Kelter eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Im gleichen Jahr konnte nach langen Jahren des Zitterns die Gartenanlage " Hohwies " für weitere 20 Jahre von der Stadt gepachtet werden. Das Gelände war als Erweiterungsgebiet für das Gymnasium Heinzenwies vorgesehen. Gleichzeitig verlor der Verein 1982 die Gartenanlage " Meitzenbach". Sie fiel dem Neubaugebiet Finkenberg - Nord zum Opfer. Seit 1976 wurden die betroffenen Pächter darauf vorbereitet. Ihnen wurde ein neues Betätigungsfeld in der neuen Anlage " Vor Haßlück " angeboten. Jedoch nur wenige Pächter nahmen dieses Angebot an. Bis zum Jahre 1987 konnte die Gartenanlage " Meitzenbach " noch bewirtschaftet werden. Als Ersatz für die verloren gegangene Gartenanlage wurde im Baugebiet " Finkenberg - Nord " eine neue Dauerkleingartenanlage ausgewiesen und im Bebauungsplan festgeschrieben. In dieser jüngsten Gartenanlage des Vereins sind 12 Kleingärten und ein Gemeinschaftsplatz in einer Größe von je 320 qm entstanden. Am 25.3.1986 konnte das 4344 qm große Grundstück neben der Gartenanlage " Leitzwies " zum Preis von 15.204 DM gekauft werden. Zur Zeit wird das Grundstück als Gartenland vorbereitet. Interessenten für die neuen Gärten stehen schon auf einer Warteliste. Unter der Führung des verdienten langjährigen 1. Vorsitzenden Werner Jungbluth wurden für den Verein in den Jahren 1976 - 1987 wesentliche und entscheidende zukunftsorientierende Akzente gesetzt, insbesondere der Neuaufbau von Gartenanlagen. Im kommenden Jahr wird der Verein die Kleingartenanlage " Vor Haßlück " von der Stadt erwerben. Anlässlich des Verkaufs des alten Kelterhauses konnte mit der Stadt eine Kaufoption ausgehandelt werden. Nach dem Erwerb dieser Gartenanlage hat der Verein neben dem vereinseigenen Kelterhaus in der Wingertstraße ein Eigentum in der Größe von 2.05,06 ha. Der Verein zählt zur Zeit ca. 230 Mitglieder und hat 100 Kleingärten verpachtet.
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